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Roland Hardenberg

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Foto: Frobenius Institut

 

Roland Hardenberg forscht seit 1995 in Odisha, Indien. Seine ersten Forschungen befassten sich mit dem Gajapati-Königtum und der Erneuerung (nabakalebara) der Hauptgötter des Jagannatha Tempels in Puri, Odisha. Daraus sind zwei Monographien hervorgegangen: Hardenberg, Roland. König ohne Reich: Rituale des Königtums in Orissa (Indien). Berlin: Schiler Verlag, 2008 und Hardenberg, Roland. The Renewal of Jagannatha’s Body. Ritual and Society in Coastal Orissa. 2011. Anschließend verbrachte er mehrere Monate im Rahmen eines DAAD-Projektes an der Sambalpur Universität in West-Odisha, bevor er zusammen mit Georg Pfeffer ab dem Jahr 2000 die Bergregionen im südlichen Hochland von Odisha erkundete. Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Umkämpfte Zentren: Konstruktion und Wandel sozio-kultureller Identitäten in der indischen Region Orissa“ führte er von 2001 bis 2003 Forschungen bei den Dongria Kond in den Niamgiri Bergen des Rayagada Distrikts von Odisha durch und befasste sich insbesondere mit den komplexen Heiratsritualen und den Büffelopfern für die Erdgöttin. Daraus entstand eine Habilitationsschrift, für die ihm die Westfälische Wilhelms Universität Münster 2006 die Venia Legendi für Ethnologie verlieh. Die Arbeit erschien 2018 unter dem Titel „Children of the Earth Goddess: Society, Marriage, and Sacrifice in the Highlands of Odisha (India)” in Boston/Berlin beim DeGruyter Verlag. Seit 2006 befasst sich Roland Hardenberg in der Forschung auch mit Zentralasien und führte von 2007 bis 2008 eine einjährige Feldforschung zur Bestattungskultur im Norden Kyrgyzstans durch. Von 2009 bis 2016 war Roland Hardenberg Direktor des Instituts für Ethnologie in Tübingen, lehnte 2010 einen Ruf an die Freie Universität Berlin auf die Nachfolge von Georg Pfeffer ab und trat 2016 die Nachfolge von Karl-Heinz Kohl als Professor für Sozial- und Kulturanthropologie der Goethe Universität Frankfurt sowie ab 2017 als Direktor des Frobenius-Instituts an. In den letzten Jahren hat sich Hardenberg vor allem im Kontext des Sonderforschungsbereiches 1070 mit religiösen Ressourcen in Süd- und Zentralasien befasst, insbesondere mit religiösen Institutionen (Moscheen, Schreine und Tempel) sowie mit religiösen Spezialisten (Imame, Hindu-Prediger und Pfarrer) und ihren Reden. Seit 2018 befasst er sich außerdem zusammen mit Peter Berger und René Cappers von der Universität Groningen intensiv mit Getreide (Hirse und Reis) im Hochland von Odisha und ist Mitbegründer des „Groningen-Frankfurt Millet Network