
Photo: Frobenius Institute
Roland Hardenberg ist Professor am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Goethe-Universität, Frankfurt am Main in Deutschland. Er ist außerdem Direktor des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung, das eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Felskunst beherbergt. Seine bisherigen Forschungen konzentrierten sich auf hinduistische Rituale (The Renewal of Jagannatha's Body, 2011), Gesellschaft und Religion einer indischen Stammesgemeinschaft (Children of the Earth Goddess, 2018) und Praktiken des Totengedenkens in Kirgisistan (Approaching Ritual Economy, 2017). Als Mitbegründer des " Frankfurt-Groningen Millets Network" forscht er derzeit zur kulturellen Bedeutung von Getreide. Bei früheren Forschungen unter den Dongria Kond in Odisha erkannte er die Auswirkungen von subventioniertem Reis auf den Hirseanbau. Seitdem Reis als Grundnahrungsmittel akzeptiert wurde, ersetzte er Hirse bei festlichen Anlässen und die Menge der Reisfelder nahm zu. Reis wurde zur Alternative von Hirse in einer Vielzahl von Kontexten: als Opfergabe an Götter und verehrte Objekte, als Geschenk an Freunde und Verwandte, als Nahrung für den Alltag und für zeremonielle Anlässe. In seiner Forschung geht er der Frage nach, welche weiteren Auswirkungen die Entscheidung für Reis mit sich bringt.
Zu seinen Publikationen über Hirse und Reis gehören (2018) "Grains as socio-cosmic resources in Odisha/India and Beyond: Rice and Millet in Competition." Paideuma: Journal of Cultural Anthropology 64: 265-283 und (2016) "Beyond Economy and Religion. Ressourcen und sozio-kosmische Felder in Odisha, Indien." Religion and Society: Advances in Research 7: 83-96.



