FROBENIUS-INSTITUT für kulturanthropologische Forschung

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Das Frobenius-Institut

Leo FrobeniusLeo FrobeniusAufgaben des Frobenius-Institutes sind ethnologische und historische Forschungen, die seit der Gründung auf Afrika konzentriert wurden, daneben aber auch Süd- und Südostasien, Australien, Süd- und Nordamerika sowie Ozeanien umfassten. In jüngerer Zeit konzentrieren sich die Forschungen auf kulturelle Aneignungsprozesse im Rahmen der Globalisierung.

Im ältesten ethnologischen Forschungsinstitut Deutschlands werden vier wissenschaftliche Sammlungen, mehrere Exzerpturen und wissenschaftliche Nachlässe betreut. Die Sammlungsbestände sind das Ergebnis einer institutionellen Sammel- und Dokumentationstätigkeit, die 1898 begann und 1938 nach dem Tod des Institutsgründers, Leo Frobenius, fortgeführt wurde. Zu den Besonderheiten der Frobenius'schen Forschungsexpeditionen gehörte die Wertschätzung visueller Dokumentationsformen. Auf diese Weise entstand eine im europäischen Raum einmalige Sammlung von Bilddokumenten (Online-Bildarchiv). Ebenso ist dem Frobenius-Institut die Völkerkundliche Bibliothek angeschlossen, die 1898 als Handbibliothek gegründet wurde und heute eine der bedeutendsten ethnologischen Spezialbibliotheken ist (Bibliothekskatalog) sowie ein Archiv (Archivkatalog).

Als eine selbstständige Institution ist das Frobenius-Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität assoziiert und arbeitet eng mit dem Institut für Ethnologie und dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" sowie mit dem Weltkulturen Museum der Stadt Frankfurt zusammen.

  • Geschichte

    Im Jahre 1898 gründete Leo Frobenius (1873–1938) in Berlin das "Afrika Archiv" als private Stiftung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es nach München verlegt, wo 1920 das "Forschungsinstitut für Kulturmorphologie" entstand. Im Jahre 1925 übersiedelte dieses Institut nach Frankfurt am Main und wurde der Johann Wolfgang Goethe-Universität angegliedert, an der Frobenius einen Lehrauftrag für Kultur- und Völkerkunde erhielt. Im Jahre 1934 wurde er auch Direktor des Städtischen Museums für Völkerkunde. Seit 1946 trägt das Frobenius-Institut den Namen seines Gründers. Die durch Personalunion des Direktors gegebene Einheit der völkerkundlichen Institutionen in Frankfurt am Main wurde 1966/67 aufgelöst.  1946-1965: Prof. Dr. A. E. Jensen 1965–1966: Prof. Dr. Carl A. Schmitz 1968–1992: Prof. Dr. Eike Haberland 1996-2016: Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl seit 2017: Prof. Dr. Roland Hardenberg Der traditionelle Schwerpunkt der Arbeit des Frobenius-Instituts lag auf der Erforschung afrikanischer Kulturen und Geschichte. Obgleich Afrika auch immer im Zentrum von Frobenius’ eigenen Forschungen stand – zwischen 1904 und 1935 hatte er insgesamt zwölf Expeditionen in das Innere des Kontinents unternommen, ethnographische und historische Daten, mündliche Überlieferungen, materielle Kulturobjekte und Felsbildkopien gesammelt – waren seine regionalen und theoretischen Interessen jedoch entschieden breiter. Von Anfang an hatte er auch die Untersuchungen der Institutsmitglieder unterstützt, die Felsbilder in Spanien, Italien, Frankreich und Skandinavien aufnahmen und Forschungen auf der Arabischen Halbinsel, in Indien, Südostasien, Melanesien und Australien betrieben. Die Berücksichtigung der Kulturen aller sogenannten Naturvölker entsprach dem universalen Ansatz von Frobenius’ kulturmorphologischer Theorie. Unter der Leitung von Ad. E. Jensen (1946–1965) wurde diese Tendenz noch verstärkt: Von den zehn Forschungsreisen des Frobenius-Instituts, die unter seiner Ägide zwischen 1950 und 1964 unternommen wurden, führten drei nach Süd- und Mittelamerika, eine nach Indien, und drei in den ozeanischen Raum, aber nur noch drei nach Afrika. Eine erneute Konzentration auf afrikanische Kulturen und Geschichte fand dagegen statt, als Eike Haberland im Jahre 1967 die Leitung des Instituts übernahm. Sie führte unter anderem zu einer maßgeblichen Beteiligung des Instituts an der Einrichtung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs "Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne", in dem bis Dezember 2002 über 50 Ethnologen, Linguisten, Geographen, Prähistoriker, Archäologen und Botaniker tätig waren. Zur Zeit wird wieder eine Erweiterung des geographischen Radius der Forschungsarbeiten des Instituts insbesondere um Ostindonesien und Ozeanien angestrebt, Gebiete, in denen vor allem unter Ad. E. Jensen und C. A. Schmitz Forschungen initiiert worden waren.
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  • Veranstaltungen

    Jensen-Gedächtnisvorlesungsreihe Die Vorlesungsreihe ist dem Andenken an Adolf Ellegard Jensen (1899–1965), dem ersten Institutsleiter nach Leo Frobenius gewidmet. Sie lädt im jährlichen Turnus renommierte Wissenschaftler aus dem Ausland zu Gastvorlesungen im Sommersemester ein. Ausstellungen Das Institut veranstaltet regelmäßige Ausstellungen im In- und Ausland, die vor allem Fotografien, Zeichnungen und Objekte der Sammlungen zeigen.
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  • Bibliothek

    Raum: IG-Gebäude, Untergeschoss Q6, 0.615, Telefon: 069/ 798-33248 Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 10.00 – 17.00 Uhr Freitag  10.00 – 14.00 Uhr     Benutzung Jeder Interessierte ist willkommen, die Bestände der Völkerkundlichen Bibliothek im Lesesaal zu benutzen. Es gilt die Benutzungsordnung der Völkerkundlichen Bibliothek. Die Ausleihe ist möglich für: - Mitarbeiter und Studenten der Universität - Angehörige des Frobenius-Instituts, des Museums der Weltkulturen und der Frobenius-Gesellschaft - Einwohner Frankfurts und der näheren Umgebung   Bestand Regionale Schwerpunkte: Afrika, Amerika, Indonesien, Ozeanien Thematische Schwerpunkte: Vor- und Frühgeschichte, Kulturgeschichte, Felsbilder, materielle Kultur, Religionsethnologie Umfang: Ca. 121.500 Bände, 500 laufende Zeitschriften und Serien sowie 1.800 Filme, => Standortsystematik Partner: Tausch mit über 185 Institutionen weltweit Kataloge (Bücher, Zeitschriften und Filme) - Online-Katalog (Literatur ab 1993) - Zettelkataloge (Literatur bis 1993) - Informationsblatt zu Datenbanken für Ethnologen   Besonderheiten - Die Monographien sind durch einen detaillierten Thesaurus verschlagwortet  - Die Kataloge enthalten Aufsätze aus Sammelwerken und Zeitschriften    Mediathek  Der Bibliothek ist eine kleine Mediathek zur Ausleihe von Geräten an     Uniangehörige angeschlossen, Raum 0.501. Es gilt die Benutzungsordnung der Mediathek. Öffnungszeiten (Vorlesungsfreie Zeit) Mittwoch  13:00-17:00 Uhr   Mitarbeiter Leitung:       Dr. Sophia Thubauville Raum 0.556 Tel. 069/798-33240 Thubauville[at]em.uni-frankfurt.de Bibliothekarinnen:       Kirsten Lankenau Raum 0.555 Tel. 069/798-33238 Lankenau[at]em.uni-frankfurt.de Hildegard Schiltz Raum 0.555 Tel. 069/798-33243 Schiltz[at]em.uni-frankfurt.de Birte Stein Raum 0.555 Tel. 069/798-33237 Stein[at]em.uni-frankfurt.de Retrokatalogisierung:       Martina Müller-Scheuring, Mihaela Velte, Yasmina Djaghroud (Karten) Raum 0.557 Tel. 069/798-33241   Hiwis Bibliothek:       Martin Jägel, Moritz Alexander Müller, Eva Neukirchner, Eva Obermeier, Lydia Reis, Selina Schuler Raum 0.615 Tel. 069/798-33248 ausleihe[at]frobenius-institut.de Hiwis Mediathek:       Alexandra Reimer, Daniel Gaziano   Tel. 069/798-33236 Hiwi-medien[at]dlist.server.uni-frankfurt.de
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  • Publikationen

    Von den Mitarbeitern des Frobenius-Instituts werden folgende Zeitschriften und Reihen herausgegeben:     Paideuma. Mitteilungen zur Kulturkunde (seit 1938) Studien zur Kulturkunde (seit 1933)         Afrika Archiv (seit 1995)       Religionsethnologische Studien (seit 1998)    
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