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Nachruf Negasso Gidada

negaso gidadaNachruf zum Tod von Negasso Gidada (1943-2019), von 1995-2001 Präsident Äthiopiens und Doktorand am Frobenius Institute unter Eike Haberland.

 

Negasso Gidada Solon wurde als Sohn eines der ersten lokalen Geistlichen einer protestantischen Kirche im Dembidolo-Gebiet in Westäthiopien geboren. Mit dem Beginn des sozialistischen Regimes in Äthiopien, 1974, ging er ins Exil nach Deutschland und kam als Doktorand Eike Haberlands ans Frobenius-Institut. 1984 promovierte er mit der Dissertation History of the Sayyoo Oromo of South Western Wallaga.

Während seines Exils in Deutschland wurde er aktives Mitglied der Oromo Liberation Front (OLF). Nach dem Sturz des sozialistischen Regimes im Jahr 1990 kehrte er nach Äthiopien zurück. Er wurde Informationsminister in der Übergangsregierung, half bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung und war anschließend der erste Präsident des Landes. 2001 trat er von seinem Amt zurück um sich später der Opposition anzuschließen.

Mit Negasso Gidada hat Äthiopien einen unerschrockenen Politiker verloren. Wir trauern mit seinen Familienangehörigen in Frankfurt und Äthiopien.