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Indigene Museen und "cultural centres" im Pazifik

Projekt im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs Wert und Äquivalent. Laufzeit 2015 - 2019

Projektleiter: Prof. apl. Dr. Holger Jebens, Mitarbeiter/in: N.N

Museen gelten gewöhnlich als Institutionen, die mithilfe von in der Vergangenheit gesammelten Objekten dazu beitragen, diese Vergangenheit zu bewahren. Auf der anderen Seite sollen die gesammelten Objekte in die Hände kommender Generationen übergehen und die vermeintliche Bewahrung der Vergangenheit zielt letztlich auf die Gestaltung der Zukunft. So sieht Barbara Kirshenblatt-Gimblett das Museum als einen Ort, der nicht nur für Utopie steht, sondern an dem Utopie auch als Modus der Imagination in die Praxis umgesetzt wird (2004:189).

Das Dissertationsvorhaben nimmt das utopische Potenzial des Museums mit einer spezifisch ethnologischen und zugleich selbstreflexiven Perspektive in den Blick, indem es anhand eines ausgewählten Beispiels aus dem Pazifik die "indigenous museums" oder "cultural centres" untersucht, die in den letzten Jahren in verschiedenen Teilen der Welt entstanden sind. Solche "indigenous museums" oder "cultural centres" gehen vielfach auf westliche Vorbilder zurück, werden jedoch mittlerweile selbst als Modelle für neue museologische Paradigmen (Kreps 2007:224) oder gar als Vorwegnahme des Museums der Zukunft (Kreps 2007:234) interpretiert. Anstelle vorschneller Vereinnahmungen erscheint es jedoch als produktiver, indigene und westliche Museen zunächst im Hinblick darauf zu vergleichen, welche Zukunftsvorstellungen sich jeweils in ihnen entfalten beziehungsweise welche Werte sie generieren, um auf dieser Basis zu einer kritischen und ethnographisch informierten Perspektive auf uns selbst, das heißt auf Objekte, Sammlungen, Archive und Museen im Westen zu gelangen.